Analogie: Kirche und Zigarettenindustrie
3. Mai 2009
Es drängt sich ja eine Analogie zwischen Kirche und Zigarattenindustrie auf:
- Beides sind Industriezweige
- Beide verkaufen ein Produkt (Zigaretten bzw. „religiöse Gefühle“), für das der Bedarf erst geschaffen werden muss
- Dies gelingt am besten bei jungen Menschen – was sich darin niederschlägt, dass beide Industriezweige (offen oder verdeckt) insbesondere um diese Zielgruppe werben
- Beide sind für ihr wirtschaftliches Überleben darauf angewiesen, dass Menschen diesen Bedarf entwickeln, auch wenn dieser Bedarf gar nicht entsteht
- Bei beiden Produkten wird in erheblichem Umfang mit Gruppendruck („peer pressure“) gearbeitet
- Beide sind sehr stark auf die Unterstützung des Staates angewiesen, so dass beide Industriezweige erheblichen Aufwand in Lobbyarbeit investieren und enge Beziehungen zu politischen Mandatsträgern pflegen.
- Insbesondere zu solchen, die selbst die jeweiligen Produkte konsumieren
- Beide nehmen Krankheit und Tod ihrer Kunden billigend in Kauf
- Bei Zigaretten ist das klar
- Bei Kirche: die aktive Arbeit vieler Kirchen gegen AIDS-Prävention; die erwiesene Schädlichkeit der Fürbitte
- Beide sind auf ein breites Klima der gesellschaftlichen Akzeptanz angewiesen, in dem der Konsum der jeweiligen Produkte positiv belegt ist („cool“, „besserer Mensch“)
- Beide Industriezweige sind in der Werbung aktiv um die Erzeugung und die Bewahrung eines solchen Images bemüht
- In beiden Fällen widerspricht das erzeugte Image den Tatsachen
- Religiöse Menschen sind nicht besser als Atheisten
- Rauchen ist nicht cool
- Kritiker werden aktiv diffamiert
- „militante“ Nichtraucher: „Miesmacher“, „Spaßbremse“
- „aggressive“ Atheisten
- In beiden Fällen wird ähnliche Rhetorik benutzt!
- Vgl. „aggressiver Atheismus“ von Herrn Walter Mixa, Augsburg
- Die Zigarettenindustrie scheint das in dieser Form etwas länger zu machen als die Kirchen – haben hier die Kirchen von der Zigarettenindustrie gelernt?
Für weitere Hinweise bin ich dankbar!