Es drängt sich ja eine Analogie zwischen Kirche und Zigarattenindustrie auf:

  • Beides sind Industriezweige
  • Beide verkaufen ein Produkt (Zigaretten bzw. „religiöse Gefühle“), für das der Bedarf erst geschaffen werden muss
  • Dies gelingt am besten bei jungen Menschen – was sich darin niederschlägt, dass beide Industriezweige (offen oder verdeckt) insbesondere um diese Zielgruppe werben
  • Beide sind für ihr wirtschaftliches Überleben darauf angewiesen, dass Menschen diesen Bedarf entwickeln, auch wenn dieser Bedarf gar nicht entsteht
  • Bei beiden Produkten wird in erheblichem Umfang mit Gruppendruck („peer pressure“) gearbeitet
  • Beide sind sehr stark auf die Unterstützung des Staates angewiesen, so dass beide Industriezweige erheblichen Aufwand in Lobbyarbeit investieren und enge Beziehungen zu politischen Mandatsträgern pflegen.
    • Insbesondere zu solchen, die selbst die jeweiligen Produkte konsumieren
  • Beide nehmen Krankheit und Tod ihrer Kunden billigend in Kauf
    • Bei Zigaretten ist das klar
    • Bei Kirche: die aktive Arbeit vieler Kirchen gegen AIDS-Prävention; die erwiesene Schädlichkeit der Fürbitte
  • Beide sind auf ein breites Klima der gesellschaftlichen Akzeptanz angewiesen, in dem der Konsum der jeweiligen Produkte positiv belegt ist („cool“, „besserer Mensch“)
    • Beide Industriezweige sind in der Werbung aktiv um die Erzeugung und die Bewahrung eines solchen Images bemüht
    • In beiden Fällen widerspricht das erzeugte Image den Tatsachen
      • Religiöse Menschen sind nicht besser als Atheisten
      • Rauchen ist nicht cool
    • Kritiker werden aktiv diffamiert
      • „militante“ Nichtraucher: „Miesmacher“, „Spaßbremse“
      • „aggressive“ Atheisten
    • In beiden Fällen wird ähnliche Rhetorik benutzt!
      • Vgl. „aggressiver Atheismus“ von Herrn Walter Mixa, Augsburg
      • Die Zigarettenindustrie scheint das in dieser Form etwas länger zu machen als die Kirchen – haben hier die Kirchen von der Zigarettenindustrie gelernt?

Für weitere Hinweise bin ich dankbar!

Ein höheres Maß des Glaubens an einen Schöpfer und ein höheres Maß an Gottesverehrung korrelieren in den wohlhabenden Demokratien mit einer höheren Quote an Morden, Kinder- und Jugendsterblichkeit, Übertragung von Geschlechtskrankheiten, Teeneagerschwangerschaften und Abtreibungen.

(Details im Hyperlink)

Gregory S. Paul, Journal of Religion and Society, 2005

Eine Studie des christlichen Soziologen George Barna zu Scheidungsraten in USA:

  • Born-Again Christen: 27%
  • Sonstige Protestanten: 24%
  • Atheisten/Agnositker: 21%

Fehlerrate +/- 2%

Details: http://www.religioustolerance.org/chr_dira.htm 

Ein Zitat daraus:

„While it may be alarming to discover that born again Christians are more likely than others to experience a divorce, that pattern has been in place for quite some time. Even more disturbing, perhaps, is that when those individuals experience a divorce many of them feel their community of faith provides rejection rather than support and healing. But the research also raises questions regarding the effectiveness of how churches minister to families. The ultimate responsibility for a marriage belongs to the husband and wife, but the high incidence of divorce within the Christian community challenges the idea that churches provide truly practical and life-changing support for marriages.“

Konsequenz: Wenn man eine stabile Beziehung möchte, besser vorher Atheist werden; die Chancen sind besser! :-)

 

Die Christus-Geschichte ist lediglich eine schlechte Kopie in der Bronzezeit verbreiteter Religionen insbesondere des Mittelmeers, aber viele der wesentlichen Elemente finden sich auch in anderen Religionen, teilweise 1000 Jahre früher.

Hier ein kurzer Überblick:

Christus Mithras (600 v. Chr.) Horus (Buch der Toten, 1280 v. Chr.) Krishna (ca. 1000 c. Chr.)
Zimmermann     Zimmermann
Jungfraugeburt   Jugnfrauengeburt (Sohn des Gottes Osiris) Jungfraugeburt
im Fluss getauft   im Fluss getauft im Fluss getauft
der Täufer wurde später geköpft   der Täufer wurde später geköpft  
Geboren 25.12. Geboren 25.12.    
Wunder gewirkt Wunder gewirkt    
Auferstanden am 3. Tage Auferstanden am 3. Tage Auferstanden am 3. Tage  
Auferstehung durch zwei Frauen berichtet   Auferstehung durch zwei Frauen berichtet  
Das Lamm, der Weg, die Wahrheit, das Licht, der Retter Das Lamm, der Weg, die Wahrheit, das Licht, der Retter der Retter (der Menschheit)  
in der Wüste versucht   in der Wüste versucht  
Krankenheilung, Blindenheilung   Krankenheilung, Blindenheilung  
vertreibt Dämonen   vertreibt Dämonen  
Läuft auf Wasser   Läuft auf Wasser  
Erweckt Lazarus von den Toten   Erweckt Asar von den Toten (Asar wird später zu Lazarus übersetzt)  
Hatte 12 Jünger   Hatte 12 Jünger  

 

Und sonst noch viele Variationen über das Thema.

  • Herakles war Sohn der Jungfrau Alkmene und des Gottes Zeus, wurde nach seinem Tot wieder auferweckt und der Unsterblichkeit zuteil, und seine Arbeiten ähneln Wundersagen.
  • Adonis ist Sohn der Jungfrau Io
    • Überhaupt mögen die Griechen wohl Jungfrauengeburten :-)
  • Quetzalcoatl: Jungfrauengeburt
  • Tschingis Khan wird teilweise ebenfalls so beschrieben

Amerika wird ja gerne als „One Nation under God“ dargestellt. Dabei wird oft auf die moralische Autorität der Väter der amerikanischen Verfassung verwiesen.

Dazu einige konkrete Zitate, die das deutlich widerlegen:

„Lighthouses are more useful than churches.“

Benjamin Franklin

„This would be the best of all possible worlds if there were no religion in it“.

John Adams

„Christianity is the most perverted system that ever shone on man.“

Thomas Jefferson

Mit Onfrays Buch (oder auch schon vorher?) scheint sich als Logo die betenden Hände nach Dürer, in einem Verkehrszeichen-Kreis, als Logo für Atheismus zu verbreiten.

Leider findet man das nicht so ohne weiteres, ohne die copyright-Frage ist nicht klar. Daher hier: selbstgezeichnet, zur freien Verfügung, ohne copyright-Probleme!

(Wer es besser kann, möge es mir bitte schicken! :-)

praying-hands-silhouette no-praying no-praying

Einstein und Gott

10. August 2008

Albert Einstein wird gerne als Kronzeuge für eine religiösen, gläubigen und dennoch herausragenden Wissenschaftler angeführt. (Für religiöse aber nicht herausragende Wissenschaftler gibt es zweifelsfrei reichlich Beispiele.) Zum Beispiel die Aussage „Gott würfelt nicht“ wird gerne dafür vereinnahmt – eigentlich ging es dabei um die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik.

Tatsächlich ist eine solche religiöse Deutung der Einsteinschen Position schlicht falsch und geschah vermutlich in betrügerischer Absicht. Dazu gibt es klare Aussagen von Einstein selbst, z.B. in einem Briefwechsel:

Was Sie über meine religiöse Überzeugungen gelesen haben, war natürlich eine Lüge, und zwar eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen personalen Gott und habe das auch nie geleugnet, sondern es deutlich zum Ausdruck gebracht. Wenn etwas in mir ist, das als religiös bezeichnet werden kann, dann ist es die uneingeschränkte Bewunderung für die Struktur der Welt, soweit unsere Wissenschaft sie offenbaren kann.

Sowie in einem späteren Brief:

Ich glaube nicht an die Unsterblichkeit des Individuum und betrachte die Ethik ausschließlich als eine menschliche Angelegenheit ohne übermenschliche Autorität.

Zitiert nach Christopher Hitchens, Der Herr ist kein Hirte, Seite 326)

Ein alter Arte-Themenabend

10. August 2008

Durch Zufall liefen mir die Beiträge eines alten Arte-Themenabends zum christlichen Fundamentalismus vom September 2006 über den Weg. Drei Beiträge:

  • Evolutionstheorie vs. Intelligent Design
  • Hexenkind
    • Teufelsaustreibungen durch Zwangsverschickung von Kindern nach Afrika
  • Missionare im Gleichschritt
    • Die „Jesus Revolution Army“ als Beispiel. Kinder & Jugendliche werden an ihrer emotional verletzlichen Seite gepackt und in einen Kult gepresst.

Infos finden sich auf den Arte-Webseiten zu diesem Themenabend.

Atheisten wird oft eine scharfe, kämpferische und aggressive Rhetorik vorgeworfen. Das mag sein, ist aber nur eine Reaktion! Die Formulierungen des evangelikalen harten Kerns verschlägt im Vergleich dazu den Atem.

Beispiele auf:

Details in der Arte-Sendung „Die letzte Schlacht“ .

Es mag eine amerikanische Erscheinung sein. Aber solche evangelikale Bewegungen werden wohl auch bald hier für uns zum Problem werden.

Wichtige Links!

22. Mai 2008

Wichtige Links für denkende Menschen: